GESCHICHTE
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Die Grundsteinlegung erfolgte am 26. September 1770, die Einweihung am 26. September 1776. Nach der Säkularisation wurde die Kirche 1817 zur Filialkirche von Tegernheim. 1911 wurde die Kirche zur Expositurkirche, 1924 im Rahmen der Eingemeindung zu Regensburg zur selbstständigen Pfarrkirche erhoben. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Kirchengebäude durch Bombenangriffe leicht beschädigt.Da nach dem Zweiten Weltkrieg ein starker Anstieg der Gemeindemitglieder zu verzeichnen war, wurde 1949 im Westen ein Anbau mit einer Empore und im Norden ein Seitenschiff 

GEBÄUDE

Die Kirche ist eine spätbarocke Saalkirche mit eingezogenem Chor, Walmdach und Ostturm mit Zwiebelhaube von 1770 bis 1776. 1949/50 erfolgte eine Erweiterung der Kirche nach Norden und Westen. Das Wappen des Erbauers der Kirche, geschaffen von Otto Gebhard, ist in der Mitte des Chorbogens zu sehen. Von dem Künstler stammen auch die Deckenfresken im Chor und im Langhaus. Der Hochaltar, ein Säulenretabel mit Auszug und Akanthusschmuck entstand um 1710 bis 1720 und stammt aus einer anderen Kirche. Die Kanzel ist um 1775 entstanden und ist mit Knorpelwerk geschmückt.  Das Gemälde Pieta mit Trauernden wird von dem Kunsthistoriker Hans Christian Ries dem Münchner Kunstmaler des Neubarock Josef Wittmann zugeschrieben und wurde ca. 1918 gemalt. Die Statue des hl. Nepomuk wurde bei einem Donau-Hochwasser 1909 angeschwemmt. Sie wurde später restauriert und an der Nordwand des Langhauses aufgestellt.  Die Friedhofsmauer aus Bruchstein mit Stützpfeilern stammt aus dem 18. Jahrhundert.

Knapp 50 Meter vom Donauufer, auf einem kleinen Hügel und von einer rechteckigen mauer umschlossen, stand die romanische Pfarrkirche St. Georg, deren Patrozinium ihr hohes Alter verrät (St. Georg gehört zu den frühen mittelalterlichen Schutzheiligen). Aufgrund ihres schlechten baulichen Zustandes und wohl als Folge der katastrophalen Hochwasser des 16. bis 18.Jahrhunderts war sie einsturzgefährdet, sodass Fürstabt Frobenius Forster sich 1770 für einen Neubau an gleicher Stelle entschloss, der im Jahr 1776 geweiht wurde. Es handelt sich um einen stattlichen, einschiffigen Bau, eine Saalkirche, mit einem östlichen Turm vor dem Chor. 1949 bis 1950 wurde die Kirche um das nördliche Seitenschiff und den westlichen Emporenbau erweitert. So zeigt nur noch das Südschiff zur Donau das dreiachsige Langhaus des 18.Jahrhunderts, an das sich ein leicht eingezogener Chorraum mit zum Turm umwundenen Ecken anschließt. Die Außenwände gliedern breite Wandstreifen (Pilaster). Das Erscheinungsbild ist dem Charakter einer Dorfkirche angemessen: relativ schlicht, außen und innen.

Das Innere hat nah der letzten Instandsetzung 2018 – 2019 sein vornehmliches Erscheinungsbild wiedergewonnen. Die weißen Wände kontrastieren mit den hellrosa getönten Doppelpilastern, den hellgrau kassettierten Gurtbögen und rahmen um die Deckengemälde auf dem flachen Tonnengewölbe. Das Seitenschiff öffnet sich in weiten Rundbögen. Wie der westliche Emporenraum setzt es sich mit einer flachen Kassettendecke ab

Der Prüfeninger Maler Otto Gebhardt (1703 – 1773) schuf 1770 mit dem Deckengemälden ein typisch St. Emmeramer Bildprogramm. Das Rundbild über dem Chor zeigt die Verehrung Mariens durch die Hausheiligen Emmeram und Wolfgang, durch den Ordenspatron Benedikt und Rupert, den Schutzherrn der Klosterpfarrkirche, der Schwabelweis unterstand. Das Langhausfresko schildert das Martyrium des Heiligen Georg. In der starken Untersicht, der Hintergrundarchitektur und den Treppen im Vordergrund ist es in enger Anlehnung an das Langhausbild zu St. Emmeram in Regensburg von Cosmas Damian Asam komponiert. Am oberen Rand sehen wir die Restaurierungsinschriften von 1987 und 2019, unten schließt sich zum Chorbogen das Wappen des Fürstabt Frobenius mit dem Klosterwappen ab.

ORGEL

1905 baute Willibald Siemann als sein Opus 156 unter Verwendung eines erhaltenen historischen Prospektes eine neue Orgel mit pneumatischen Kegelladen mit sechs Registern auf einem Manual und Pedal. Eduard Hirnschrodt erweiterte 1974 diese auf elf Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal. Dieser Umbau war die letzte Arbeit in der Werksgeschichte.

RENOVIERUNG 2020
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Im Zuge der Restaurierung erhielt die Kirche ihre liturgische Neuausstattung. Das Ziel der Künstlergemeinschaft Lutzenberger & Lutzenberger, Bad Wörishofen, die Architektur und die Reste der historischen Ausstattung zu einem geschlossenen Ganzen zusammenzufügen, ist in vorzüglicher Weise gelungen: Der Volksaltar entwickelt seine ungewöhnliche Form als rund – ovaler Steinblock aus den Rundfenstern des Chores. Priestersitz, Altar und Ambo stehen in einer subtilen Diagonale. Im Seitenschiff wurde die Taufkapelle eingerichtet; dem Taufstein als rechtwinkligem Block ist der Osterleuchter zugeordnet. Die Ergänzungen bilden Altarleuchter, Kreuz, die Heiligen Öle.                    

Im Westteil des Seitenschiffes ist der Beichtort als eingestelltes Möbel eingerichtet, an dessen Front die ausdrucksstarke spätgotische Figurengruppe der Beweinung des toten Jess durch seine trauernde Mutter Maria aus dem ausgehenden 15.Jahrhundert steht. Von den anderen Figuren ist noch die gotische Skulptur des Kirchenpatrons Georg im Seitenschiff zu nennen, dereinst Schmuck eines verlorenen Hochaltars.

Text: Prof. Dr. Peter Morsbach